Ob jetzt von den Ärzten oder von Luetzenkirchen. Ich war 3 Tage auf Fahrt und einen Tag auf dem Neuwieder Backesfest, und zwar mit Mo, Jannik, Christian, Kathrin, Alex und Jan. Und es war unheimlich cool.
Am Donnerstag (die Schüler unter uns hatten ja sowieso schon nach der 3. Stunde frei) stiegen wir um 15.21 in Saarlouis in den Zug, der uns in etwas mehr als 2 Stunden bis nach Koblenz brachte, von wo aus wir mit einem anderen Zug zum Neuwieder Hauptbahnhof fuhren. Im Bus, der uns zum Pfadiheim vom Stamm Pilgrim Falconi bringen sollte, trafen wir noch andere BdPler (aus Düsseldorf), die dort hinwollten. Wir allerdings gingen zuerst noch zum Aldi. Und während die einen einkauften, testete der Rest den Komfort von Einkaufswägen.
Als wir dann gegen 20 Uhr am im übrigen ziemlich geilen Heim der Pilgrim Falconis ankamen, bauten wir noch schnell unsere Kohte auf und gesellten uns dann zu den anderen Pfadfindern (verschiedenster Bünde), um das Backesfest zu feiern. Da wurd getanzt, gesungen und gelacht ganz viel Musik gemacht (wir kamen mit unserer ganz eigenen Version von Rihannas Umbrella meiner Meinung nach recht gut an) und, es war ja das Backesfest, gegessen, den frischen Flamm- bzw. Zwiebelkuchen aus dem alten Holzofen. Und es gab coole Getränke und die Stimmung war so gut, dass wir erst sehr sehr sehr spät mit dem Kopf auf den Tischen einfschliefen in der Kohte landeten. Deswegen kamen wir auch am nächsten Morgen erst gegen halb 1 weg, um die nächsten Tage auf Fahrt auf dem Rheinsteig (streiche das Rhein und ersetze das G durch ein L, dann hast du eine ungefähre Vorstellung von dem Ding) zu verbringen. Übrigens der Wanderweg des Jahres 2006.
Wir gingen durch ganz viele coole Städtchen, eins cooler als das andere und testeten die wilden Äpfel der Pfalz. Auf einem Berg (wie der Weg nach oben war, das will keiner wissen), wo zwar die Luft ging und ein Paraglider gleitete, aber man dafür einen geilen (vom leerstehenden Atomkraftwerk aber ein bisschen betrübten) Ausblick hatte, suchten wir uns einen einigermaßen windstillen Platz für’s Mittagessen. Die demolierte EM-Wurst war immernoch geil.
Dann zogen wir durch Wiesen und Wälder, schafften gnadenlos tausende von Höhenmetern und machten uns auf, die gefährlichste und steilste Straße unseres Sonnensystems hinabzurollensteigen. Und wir sahen ein Reh.
Außerdem hatten wir die besten Ausblicke, die man nur haben kann und gingen mal eben mir nichts dir nichts im 90°-Winkel auf Berge.
Nebenbei muss ich erwähnen, dass der Herbst eindeutig meine Lieblingsjahreszeit ist. Und die bunten Bäume in der Sonne sind nur ein Grund dafür.
Irgendwann am Abend beschlossen wir, uns auf Schlafplatzsuche zu begeben und fragten bei einem einsamen Haus auf dem Berg schnell nach Wasser. Die unglaublich sympathische Dame schenkte Jannik, Jan und Christian neben dem Wasser auch Äpfel und selbstgemachte Beerenmarmelade (richtig professionell, die haben sogar ‘ne Internetseite). Göttliche Beerenmarmelade.
Nachdem wir uns dafür entschieden hatten, in einer nahegelegenen Schutzhütte zu schlafen, kochten wir unser Abendessen auf einer Wiese, die ein bisschen abseits der Hütte lag. Es gab Borschtsch, irgendson russisches Zeug mit zuviel schs, das aber eindeutig geil schmeckt.
Am späten Abend fanden wir uns dann in der kleinen Schutzhütte ein, legten sie mit Isomatten aus und machten es uns gemütlich. Nach einigen Liedern und dummen Wortwitzen (Wie schon den ganzen Tag. Und auch die Tage danach.) schliefen wir total kuschelig eng ein.
Nach einer geruhsamen Nacht wurden wir allmählich wach, als hin und wieder Leute an uns vorbeikamen, denn die Schutzhütte war auf einem Parkplatz beim Wanderweg. Ein besonders nettes Ehepaar mit Wohnmobil stiftete uns den Rest ihres Kaffees und machte uns heißes Wasser, mit dem wir dann Tee kochen konnten. Wir sangen ihnen ein Liedchen und sie machten ein Foto und so konnte der Tag eigentlich nur noch cool werden.
Nach einem extrem süßen Frühstück (Fenner Harz ist jetzt auch außerhalb meiner Familie beliebt) und dem Versuch, unser Essgeschirr vom gröbsten Rosa der Borschtsch-Reste zu befreien, packten wir unsere Sachen und machten uns auf den Weg.
An einem geilen Platz mit extrem schönem Ausblick machten wir ein Foto von uns und dem Rhein und den bunten Bäumen und bekamen von netten Menschen die restlichen 7 Mini-Täfelchen Ritter Sport geschenkt.
Dann ging’s durch einige Orte, vorbei an der Burg Hammerstein, durch alle Hammersteins, bis wir astr(h)ein im Rhein aßen. Auf einer SonnenSandbank. Ich liebe dich, doch nur bis zur Sandbank, is klar. Ziemlich cool. Da waren sogar Muscheln.
Unser zweites Essen kam dann in Form von Eis im hübschen Örtchen Rheinbrohl (da war übrigens an diesem Wochenende Weinfest) in der Bäckerei. Die verkauften 3 Kugeln Eis für 99 ct. Und hatten die genialsten Sorten. Ich hatte Stracciatella, Zitrone-Orange (in das ich mich sofort verliebt hab) und Banane.
Nach einem Abstecher im Lidl waren wir schließlich gegen 18 Uhr im Ort Bad Hönningen, wo wir eigentlich in den Tourist Information nach einer Schlafmöglichkeit fragen wollten, aber feststellen mussten, dass diese nur bis 12 Uhr mittags geöffnet hatte. Ins Pfarrhaus konnten wir auch nicht, da gerade Messe war. Und wie Christian aus dem Mini-Taxi-Spiel-Gerät-Ding vorm Supermarkt wieder rausgekommen ist, weiß ich auch nicht.
Also entschlossen wir uns dazu, auf das Schloss Ar(i)enfels (auch als „Schloss des Jahres“ bekannt, wie Mo von wikipedia weiß – 365 Fenster, 52 Türen, 12 Türme) zu gehen und dort mal zu fragen. Auf dem Weg dorthin kamen wir an einigen Kneipen vorbei, in denen die vom Federweißer Betrunkenen schon um 6 Uhr abends auf den Tischen tanzten. =)
Vor dem Schloss kam dann glücklicherweise gerade auch ein Mann, der dort wohnte und machte uns darauf aufmerksam, dass direkt neben dem Schloss ein Pfadfinderheim stand. Nach einigen Telefonaten (der Mann hatte Kontakte) bekamen wir die Nummer eines Stammesmitglieds. Der nette Herr sagte uns, wir könnten auf jeden Fall mal dort unsere Kohte aufbauen und Feuer machen und ihr Holz und ihre Stangen benutzen und er würde versuchen, einen Schlüssel zu organisieren, damit wir im Haus schlafen können.
Das hat zwar nicht geklappt, weil die Stammesleitung nicht da war, aber der Mann kam uns trotzdem noch besuchen, als wir gerade kochten, und wir unterhielten uns richtig nett. Es war ein Mosaik-Stamm mit dem Namen Rheinfranken und der Mann war einer der Gründer. Er war richtig nett und bot uns an, den Stamm doch einmal besuchen zu kommen, was wir auch auf jeden Fall machen wollen. Er fuhr dann leider schon relativ bald wieder und wir aßen unser cooles Essen. Italienischer Eintopf oder sowas, auf jeden Fall mal sehr lecker.
Dann sangen wir noch am Feuer, bis wir schließlich aufräumten und unsere Runde in die Kohte verlagerten. Wir hatten zuvor vorsorglich schon ein Zweibein aufgebaut, da wir ja nicht wussten, ob wir im Haus schlafen können.
Nachdem wir Alex’ Ungewissheit über Fetersson und Pindus geklärt und einigen Schabernack mit der Kerze getrieben hatten, schliefen wir auch irgendwann in der Nacht mal ein.
Und am nächsten Morgen standen wir sogar wieder auf. Wir bauten ab, spülten unser Zeug und legten, wie versprochen, einen Zettel mit unserer Adresse und ein Abzeichen unseres Stammes hinter’s Haus.
Dann machten wir uns auf den Weg zum Bahnhof von Bad Hönningen, vorbei an der gleichen Kneipe wie am Vorabend, wo auch der gleiche Punk abging wie am Vorabend. Nachdem sich Fahrkartenschwierigkeiten aufgetan hatten, schafften wir es aber doch noch zum Koblenzer Bahnhof. Eine Stunde, bevor unser Zug fuhr, deswegen konnten wir noch zu Subway.
Als wir schließlich wirklich zur richtigen Zeit am Bahnsteig waren, konnten wir auch in den Zug rein, allerdings war nirgendwo Platz für uns alle, deswegen machten wir es uns einfach zwischen Abteil und Treppe gemütlich.
Irgendwann begannen wir zu singen, was vor allem die „Hühner auf der Flucht“ so sehr begeisterte, dass sie hinunterkamen und wir noch mehr sangen.
Gegen viertel vor 5 kamen wir dann auch in Saarlouis an und eine verdammt geile Fahrt mit verdammt geilem Backesfest am Anfang und verdammt geilen Leuten rund um die Uhr ging zu Ende.