die chefsache

6. August 2008

Mit Fahrtengruppe Pappnasenkönige durch’s Ruwertal!

Fahrtengruppe Pappnasenkönige, das sind Mo, Jannik, Jan, Christian und ich. Und wir waren von Montag bis Mittwoch auf Fahrt, von Zerf aus an der Ruwer entlang bis nach Trier-Ruwer.

Am Montag begann alles damit, dass wir den ersten pünktlichen Zug in der Geschichte der Deutschen Bahn verpassten. Was aber nicht weiter schlimm war, da wir so noch in Saarlouis einkaufen gehen konnten. Das einzig richtige, wie sich später herausstellte. Als wir dann den Regionalexpress um 20 nach 11 betraten, waren wir hochmotiviert – nicht zuletzt wegen der sage und schreibe 5 Instrumente, die wir dabei hatten: 3 Gitarren, eine Mandoline und eine Ukulele. Dann noch 1000 Liederbücher und 5 laute Organe und die Fahrt konnte nur noch perfekter werden.

In Saarburg verließen wir dann den Zug und hatten eigentlich vor, mit dem Bus eine halbe Stunde später nach Zerf zu fahren. Doch als wir dann nach einem kurzen Rundgang durch die Stadt an der Haltestelle ankamen bemerkten wir nach 20 Minuten, dass der Bus einfach nicht fuhr. Tja, auf den Schreck mussten wir erst mal Äpfel essen und nach dem nächsten Bus gucken. Doch – wie zu erwarten – gab es diesen Bus genau so wenig wie die andere Bushaltestelle, wo er „abfahren“ sollte. Die Dame bei der Touristeninformation wusste auch nicht, wo sich diese imaginäre Haltestelle befinden sollte, deshalb zeigte sie als Wegbeschreibung einfach mal mit der rechten Hand nach rechts und sagte: „Da müsst ihr zuerst einmal links.“

Auf dem Weg zum Busbahnhof dann, wo wiederum ein Bus nach Zerf abfahren sollte, allerdings erst um halb 4, entdeckten wir als Entschädigung das „Amt für Wiedergutmachung“. Fantastisch. Und da der Busbahnhof, wenn nicht gerade die Saarburger Bimmelbahn vorbeifuhr, vollkommen verlassen war, konnten wir uns dort gemütlich bei 40°C im Schatten niederlassen und Mittagessen essen. Und da wir ja noch 2 Stunden Zeit hatten, spielten wir 10000 – Jannik hatte glücklicherweise einen Becher und 6 Würfel dabei. Mo vertrieb sich die Zeit außerdem mit Gemälden auf seinem Idar-Oberschenkel. =)

Und zu unserer Freude gab es den Bus dann auch wirklich! Wir fuhren mit dem coolsten Gefährt überhaupt (es hieß übrigens „Saftladen“) bis nach Zerf und waren sogar die einzigen Fahrgäste. Die meiste Zeit lang zumindest. In Zerf entdeckten wir die Karte (der Zahnarzt-Zahn steht laut Christian übrigens für Biber in der Ruwer), führten unsere Liste der imaginären Dinge, die es eigentlich geben sollte, fort, indem wir vergebens die eingezeichnete Information suchten und liefen dann erst mal in die falsche Richtung. Irgendwann fanden wir aber doch noch die ehemalige Bahnstrecke und gingen einen verdammt coolen Weg unter unzähligen Brücken durch. Zwischendurch legten wir natürlich Motivationspausen ein (die Rahm-Mandel-Schokolade von Aldi ist total geil) und holten Wasser. Als wir allmählich Hunger bekamen, schauten wir uns nach einem Schlafplatz um und fanden auch eine Lichtung direkt an der Ruwer. Dann bauten wir die Kohte auf (längere Geschichte), machten Holz und Feuer und kochten ein verdammt geiles Essen. Eintopf. Mit Zucchini, Möhren, Kartoffeln, Knoblauch, Zwiebeln, tätärä, tätärä. Als wir dann das Abschlussfeuerwerk der Zerfer Kirw beobachten durften, wurde uns klar, dass es schon dunkel war, und spät, und so weiter, deswegen krabbelten wir mal in die Kohte, trafen Sicherheitsvorkehrungen für die Instrumente und schliefen. Ziemlich schnell, ziemlich gut, ziemlich zu lang.

Am nächsten Morgen standen wir anderthalb Stunden nach dem ersten Weckton von allerlei Handys auf, spülten, stürzten die Kohte, packten und gingen flink weiter, da wir an diesem Tag extrem viele Kilometer schaffen mussten. Auf jeden Fall mal mehr Kilometer, als in Lettland an drei Tagen einem Tag. Wir gingen zwar wieder auf der stillgelegten Bahnstrecke, allerdings auf dem Teil, der zum Radweg umgebaut worden war, was hieß, dass es sich verdammt gut gehen ließ. Wir legten wieder ‘ne Mittagsessenspause ein und stellten beim An-, Zwischen- (!) und Absingen fest, dass sich „Endlos sind jene Straßen“ mit 5 Instrumenten und 5 Sängern unheimlich grandios anhört. Was uns wiederum auf die Idee brachte, ein eigenes Liederbuch herauszubringen. =)

Der coolste Zwischenstop war (dicht gefolgt vom Malzbiergelage) eindeutig in der Millionenmetropole dem 70-Einwohner-Örtchen Sommerau (siehe Tour De Mo), wo wir erst auf die tolle Burg hinaufstiegen und uns dann im Bushaltestellenhäuschen (leider nicht mintgrün) niederließen, um Wasser holen zu gehen. Das mit dem Bushaltestellenhäuschen konnten wir getrost tun, da ja eh nur zweimal am Tag ein Bus durch dieses Kaff Dörflein fährt.

Abends, als wir um die 20 Kilometer auf’m Buckel hatten, erreichten wir dann das Tagesziel Waldrach. Der Ort wurde uns spätestens dann sympathisch, als uns die Bäckereitante alle Brötchen schenkte, die sie noch übrig hatte – 3 Stück für jeden. Nach einer Tasse einem Schwedenbecher Kakao machten wir uns dann auf Schlafplatzsuche und ließen uns schließlich im Park am Ortsende nieder, der sogar eine eigene Feuerstelle besaß. Wir gingen erst mal „schwimmen, baden, die Füße gießen, wie auch immer“ (uaaaah, wie kalt) und kochten und aßen später ganz tolles Essen (Bulgur mit Gemüse und…Apfel! Die beste Idee überhaupt!) und sangen am Feuer schöne Lieder und tranken den geilsten Tee der Welt und sahen Sternschnuppen und hörten grillende Zirpen (der geneigte Leser kennt die Viehteile bereits) und schliefen dann unter ein paar Bäumen.

Mittwochmorgen. Wir mussten spätestens dann aufstehen, als der Park gemäht wurde. Warum auch immer, die Wiese sah eigentlich schon relativ gemäht aus. Also beeilten wir uns mit dem Spülen und Packen und frühstückten erst in Kassel Kasel, dem nächsten Ort. Dann gingen wir weiter und erreichten gegen viertel vor 12 unser endgültiges Ziel: Trier-Ruwer. Dort fuhr der Bus zum Trierer Bahnhof gerade ab, als wir kamen, also setzten wir uns in den Schatten und spielten ein bisschen Gitarre. Das wiederum lockte den Mann an, der gerade dabei war, das Haus nebenan zu streichen. Er zögerte nicht lang, wusch seine Finger und gab ein kostenloses Gitarrenkonzert. Man kann sagen, er hatte es schon drauf. Bald fuhr auch schon der nächste Bus zum Hauptbahnhof und wir stiegen auch irgendwann in unseren Zug ein, der uns nach Saarlouis brachte.

Hoho, wo wir dann übrigens noch eine echte Meisterleistung vollbrachten. Wir schafften es tatsächlich, 4 Leute, 4 Rucksäcke und 5 Instrumente im Lupinchen unterzubringen. Das heißt: Menschen auf die Sitze, Instrumente quer drüber, zwei Rucksäcke auf die Schöße verteilt und zwei Rucksäcke im Handschuhfach Kofferraum. Ach ja, wir kamen auch in Forweila an, gegen 2 Uhr. =)

12 Kommentare »

  1. hey coole fahrt

    nächstes mal will ich auch mit = )
    wenn ihr dann mit eurem liederbuch fertig seit sagt mir bescheid ich kauf euch eins ab xD

    Kommentar von kathrin — 7. August 2008 @ 16:25 | Antworten

  2. natürlich!^^
    ohja, wir verticken die teile auf der ganzen welt :)

    Kommentar von Chef — 7. August 2008 @ 16:37 | Antworten

  3. coole fahrt.
    Genau Ehl& Co kg, und dann gehts an die Börse…

    Kommentar von Franz — 8. August 2008 @ 13:23 | Antworten

  4. richtig^^ dann noch teure patente un reich simma :D

    Kommentar von Chef — 8. August 2008 @ 15:54 | Antworten

  5. eijo dann helft bestimmt der ganze stamm noch mit beim vermarkten und dann sinn alle liederbücher los
    aber ma könnte ja wirklich ma so ein liederbbuch mit allen selbst gemachten liedern oder so machen = )

    Kommentar von kathrin — 9. August 2008 @ 15:20 | Antworten

  6. selbst gemachte lieder? von mir aus auch das, aber wir dachten eher an die top 23455 der besten pfadfinderlieder^^
    wobei selbst gemachte lieder natürlich auch was wären.. das problem is nur, dass sie dann keiner spielen kann..

    Kommentar von Chef — 10. August 2008 @ 17:02 | Antworten

  7. ach doch wir schreiben dann noch selbstkomponierte Melodien und noten un dann klappt das schon ;-)

    Kommentar von kathrin — 11. August 2008 @ 16:30 | Antworten

  8. wunderbar =)

    Kommentar von Chef — 11. August 2008 @ 18:16 | Antworten

  9. Tolle Erzählung von der Ruwer-Wanderung,
    das macht Wanderlust.

    Super, ihr macht ein Liederbuch, gutes
    Gelingen. Die deutschen Pfadfinder haben viele
    gute Lieder (die niederländischen greifen da eher
    auf Country-Music zurück, auf Beatles und Irish Folk).

    Ein bescheidener Tipp:
    Macht`s ohne Noten, aber mit Akkorden. Zögert nicht dabei, auch
    ein paar eigene Texte zu bringen. Für ‘Barden und Troubadoure’
    sendet eine MC rum, für die ‘Basis’ geht es wirklich ohne Noten.
    Oder?…

    Cees (Lüttich/Liège und Roermond)
    http://eifelginster.wordpress.com/

    Kommentar von Cees — 15. August 2008 @ 22:47 | Antworten

  10. Vielen Dank! =)

    Ja, wir hatten’s auch vor mit Akkorden..das sowieso..
    Aber das Buch wird wahrscheinlich viel zu dick!

    Kommentar von Chef — 16. August 2008 @ 11:09 | Antworten

  11. herrlich, es gibt außer dem mo tatsächlich noch andere menschen die wissen was eine mc ist! das beruhigt ;)

    Kommentar von Mo — 16. August 2008 @ 22:18 | Antworten

  12. oha!

    Kommentar von Chef — 17. August 2008 @ 12:28 | Antworten


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